Gran Canaria, der kleine Kontinent

Gran Canaria ist eine der kanarischen Inseln und liegt zwischen Teneriffa und Fuerteventura im atlantischen Ozean. Obwohl die Kanaren nur etwa 210km von Marokko entfernt sind, gehören sie zu Spanien.

Der Nähe zur Sahara und dem Golfstrom ist es auch zu verdanken, dass es auf Gran Canaria das ganze Jahr über warm ist, meist zwischen 18 und 24°C. Die Insel lockt somit gerade im Winter zahlreiche Urlauber an und auch als Ziel für Auswanderer ist sie sehr beliebt.

Dennoch ist das Klima auf Gran Canaria alles andere als eintönig. Aufgrund ihres vulkanischen Ursprungs und der hohen Berge und tiefen Täler, besitzt die Insel 14 Mikroklimazonen, die Bezeichnung „Miniaturkontinent” oder "kleiner Kontinent" trägt sie also zu Recht.

Und das obwohl sie gerade einmal gute 1560 km² groß ist und nur 50 km im Durchmesser misst, bei etwa 830.000 Einwohnern. Der höchste Berg der Insel, der erloschene Vulkan Pico de las Nieves, erhebt sich 1949 Meter über das Meer, das Wahrzeichen Gran Canarias, der Roque Nublo, immerhin 1813 Meter.

Dazwischen liegen tiefe Trockentäler, die Barrancos, fruchtbare Hochebenen und ausgedehnte Kiefern- und Lorbeerwälder. Während der südliche Teil der Insel eher trocken ist, da die von Nordosten kommenden Passatwinde die Wolken Richtung Norden treiben, ist der Norden der Insel feucht mit recht üppigen Niederschlägen.

Das ist auch der Grund, warum das touristische Leben überwiegend im Süden Gran Canarias stattfindet. Während hier vor 50 Jahren noch allenfalls ein paar Tomatenfelder lagen, reihen sich heute hunderte von Hotelanlagen aller Preisklassen aneinander.

Alle entlang der feinen Sandstrände von Bahía Feliz, San Agustín, Playa del Inglés, Maspalomas, Puerto Rico, Puerto de Mogán und Meloneras. Weltberühmt sind die Dünen von Maspalomas, hier bekommt man Saharafeeling pur und das nur wenige hundert Meter von der Strandpromenade entfernt. Auch FKK-Anhänger kommen hier in einem speziellen Abschnitt auf ihre Kosten.

Der Norden der Insel bietet nicht ganz so viele Unterkünfte für Touristen, dafür aber eine Vielzahl kleiner und sehenswerter Orte, die man bequem per Tagesausflug vom Süden aus erreichen kann. So lassen sich Sonne, Strand und Meer problemlos mit Kultur und den schönsten Landschaften vereinbaren.

Die Anreise nach Gran Canaria ist denkbar einfach, kaum eine Fluggesellschaft, die nicht Direktflüge von allen größeren Flughäfen zum internationalen Flughafen von Gran Canaria anbietet.

Das Fortkommen auf der Insel selbst ist aufgrund der sehr gut ausgebauten Straßen sowohl mit dem Mietwagen als auch mit dem Taxi sehr bequem. Auch das Streckennetz der Busse (guaguas) ist sehr dicht und gar nicht teuer. Praktisch alle Hotels und Reiseveranstalter bieten zudem organisierte Touren in alle Gegenden an.

In spanischer Hand ist Gran Canaria seit dem 29. April 1483, nachdem die Spanier die Ureinwohner der Insel, die Guanchen besiegt hatten. Diese lebten damals noch in Höhlen, konnten sich aber jahrelang gegen die Invasoren verteidigen. Einige der Höhlen sind heute noch bewohnt, nun freilich von Spaniern.



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