Das 16. Jahrhundert auf Gran Canaria

Anfang des 16. Jahrhunderts erreicht auch Gran Canaria die in Europa bereits wütende Ketzerverfolgung der (katholischen) Kirche und in Las Palmas wird ein offizieller Inquisitor ernannt. 1526 geschieht es dann: es werden erstmals drei Personen zum Tode durch Verbrennung verurteilt, weil sie an einem Freitag Fleisch gegessen hatten. Während des französisch-spanischen Krieges überfallen auf einmal französische Korsaren mit Billigung der französischen Regierung zahlreiche kanarische Schiffe und Häfen. 1543 gelingt es ihnen sogar die Isleta-Festung in Las Palmas zu besetzen, sie werden aber von den Milizen wieder zum Abzug gezwungen.

Die Wirtschaft der Kanaren blüht. Zuckerrohr und Wein sind in diesem Jahrhundert die wichtigsten Exportartikel, zudem nimmt Gran Canaria eine wichtige Stellung im westafrikanischen Sklavenhandel ein.

1545 beschließt die spanische Regierung einige Gesetze, die Gran Canaria, aber auch die anderen Inseln betreffen und zum Teil enorm einschränken: der Handel mit Sklaven, Gold und verarbeitetem Silber wird verboten. Auch aus Europa importierte Manufakturwaren dürfen nun nicht mehr nach Westindien weiterverkauft werden. Zudem wird den Schiffshändlern auferlegt auf ihrer Rückfahrt vom Festland auf die Kanaren nach ihrer Beladung mit neuen Waren bei der Handelskammer in Sevilla vorbeizukommen. 1566 wird dann eine Außenstelle der Handelskammer von Sevilla auf Gran Canaria eröffnet.

Weitere Angriffe auf die Isleta-Festung folgen. Eine holländische Flotte mit 74 Kriegsschiffen und 10.000 Mann Besatzung greift im Jahre 1599 dann mit Erfolg Las Palmas an. Nach misslungenen Verhandlungen um ein hohes Lösegeld, plündern die Holländer die Stadt und brennen sie nieder. Las Palmas wird dabei fast vollständig zerstört. Nach vier Tagen ziehen die Holländer unter dem Kommando des holländischen Admirals van der Does ab und gehen bei Maspalomas im Süden der Insel nochmals an Land, um dort ihre Toten zu beerdigen und Wasser zu fassen. Da die Bevölkerung im Süden Gran Canarias die blonden Feinde für Engländer hält, wurde der Landeplatz der Holländer von da an "Playa del Inglés" − der Strand der Engländer − genannt.

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