Das 19. Jahrhundert auf Gran Canaria
Anfang des 19. Jahrhunderts besetzt Napoléon Spanien und setzt den spanischen König ab. Damit schweben die Kanarischen Inseln politisch gesehen im luftleeren Raum, denn die Kanaren werden nicht von Frankreich besetzt. In der alten Hauptstadt Teneriffas, La Laguna, wird daraufhin eine 16-köpfige Ständevertreterversammlung gebildet, die sich als neues Regierungsgremium für die gesamten Kanarischen Inseln ansieht.
Dieses Regierungsgremium bietet Gran Canaria den Eintritt in diesen neuen Regierungsverbund an, doch Gran Canaria verweigert die Kooperation. Das Gremium reagiert prompt auf diese Ablehnung und so werden die Verantwortlichen auf Gran Canaria durch den Militärkommandanten von Teneriffa verhaftet. Dieses führt wiederum zu einem Urteil des Königlichen Landgerichtes in Las Palmas, mit dem das neue Regierungsgremium auf Teneriffa für illegal erklärt wird und das dafür sorgt, dass diesmal der Vorsitzende und der Staatsanwalt in Teneriffa verhaftet wird.
Ein Krieg zwischen Teneriffa und Gran Canaria entflammt und die Häfen werden geschlossen. Daraufhin wird auf der Nationalversammlung in Cadiz eine neue Verfassung verabschiedet. Das Parlament der Nationalversammlung beschließt die Beseitigung der Feudalherrschaft der Inseln Lanzarote, Fuerteventura, La Gomera und Hierro und führt die Stadtverwaltungen (Ayuntamientos) ein.
Heuschreckenplagen und lebensgefährliche Epidemien wüten auf Gran Canaria und wieder sterben viele der Einwohner an Hunger oder Krankheit. 1820 wird Las Palmas dann die neue Hauptstadt Gran Canarias und die Menschen auf der Insel wünschen sich, dass Las Palmas auch bald als Hauptstadt der gesamten Kanarischen Insel benannt wird. Doch zwei Jahre später fällt die spanische Regierung eine Entscheidung zu Gunsten Teneriffas und Santa Cruz de Teneriffa wird höchster Verwaltungssitz der Kanarischen Inselgruppe.
1823 beschließt die Regierung endlich die Abschaffung der Inquisition und schon acht Jahre später erhalten die Kanarischen Inseln einen eigenen Freihandels-Zolltarif. Doch die wirtschaftliche Lage der Kanaren bleibt weiterhin schlecht; Missernten, Heuschreckenplagen und schwere Epidemien setzen der Bevölkerung schwer zu. 1852 erklärt die spanische Königin Isabella II. die Kanaren dann zur Freihandelszone und erhofft sich dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Nun werden die Kanaren vermehrt als Zwischenstation für den Handelsweg nach Westafrika und an das Kap Horn genutzt und erleben dadurch einen starken Aufschwung. Und der Hafen in Las Palmas, der "Puerto de la Luz", wird zu einem der wichtigsten Häfen weltweit. Zur selben Zeit wird unter der Führung von Fernando León y Castillo die Kanarische Liberale Partei (Partido Liberal Canario) gegründet. Sie schafft es bis Ende des Jahrhunderts die gesamten Kanarischen Inseln unter ihre Kontrolle bringen.
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