Das 20. Jahrhundert auf Gran Canaria

Im Jahre 1906 besucht der spanische König Alfonso XII. die Kanaren und ist somit der erste spanische Monarch, der die Kanarischen Inseln seit Ihrer Zugehörigkeit zu Spanien betritt. 1912 werden auf jeder Kanareninsel Inselräte gegründet und so wird wieder jede Insel von einem eigenen "Cabildo" verwaltet.

Mit diesem Entschluss versucht die spanische Regierung den jahrelangen Streit zwischen den kleinen und größeren Inseln zu beenden − leider vergeblich. 1927 werden die Kanarischen Inseln dann in zwei Provinzen aufgeteilt: die Provinz Las Palmas, zu der nun Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura gehören und die Provinz Santa Cruz de Tenerife, zu der die restlichen Inseln gehören. Damit hofft die Regierung die noch immer andauernden Rivalitäten Gran Canarias und Teneriffas beenden zu können. Doch auch dieser Schritt schafft keinen Frieden zwischen den Inseln.

1930 wird mit dem Bau des Flughafens "Gando" auf Gran Canaria begonnen; der Flugtourismus entwickelt sich allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Erst im Jahre 1956 landet auf dem gerade neu ausgebauten Flughafen Gando das erste Charterflugzeug. Der Tourismus beginnt ab diesem Zeitpunkt stetig zu wachsen. 1974 wird Gando dann zum internationalen Flughafen umgebaut, der Massentourismus hält Einzug und bringt für die Kanaren den lang ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung.

Im Jahre 1936 bringt sich aber zunächst der Befehlshaber des Militärbereichs der Kanarischen Inseln in das historische Geschehen ein: General Francisco Franco. Im Esperanza-Wald auf Teneriffa versammelt er sich mit den führenden Offizieren und bereitet einen Militärputsch gegen die Links-Regierung Spaniens vor. Der Putsch des Generals Franco führt in Spanien zum Bürgerkrieg, der erst drei Jahre später mit dem Sieg der Franco-Diktatur beendet wird.

In dieser Zeit beginnt eine recht große Auswanderungswelle und viele Canarios machen sich auf den Weg nach Südamerika, um sich größtenteils in Venezuela niederzulassen. Venezuela wird auf den Kanarischen Inseln deshalb auch gerne als "achte Insel" bezeichnet. Franco ist nun spanischer Staatsführer, Oberbefehlshaber der nationalen Streitkräfte und Chef der faschistischen Organisation Falange und errichtet in seinen knapp 40 Jahren Regierungszeit ein diktatorisches, auf Armee, katholischen Klerus und Großgrundbesitz gestütztes Regime. 1975 stirbt der spanische Diktator Franco und Juan Carlos wird sein Nachfolger. Juan Carlos verwandelt Spanien erneut in ein Königreich und führt Spanien in eine parlamentarische Demokratie.

1978 erhält Spanien nach einer Volksabstimmung eine neue Verfassung und wird dadurch zu einer konstitutionellen Monarchie. Eine neue Rechtsverordnung tritt in Kraft, die den Kanarischen Inseln eine provisorische Autonomie verleiht. Der Streit zwischen Gran Canaria und Teneriffa kocht erneut auf. Doch es wird eine neue Regelung gefunden, die den Frieden zwischen den beiden Inseln bringen soll. Die Provinz Las Palmas erhält die Hälfte aller Ministerien und den Sitz des Obersten Gerichtes. Santa Cruz de Tenerife wiederum erhält die andere Hälfte der Ministerien und den Sitz des Parlaments. 1982 bekommen die Kanaren, wie auch die anderen spanischen Regionen, eine eigene Regionalverfassung und gewählte Vertretungskörperschaften. Die Kanarischen Inseln erhalten somit den Autonomiestatus.

1986 tritt Spanien der EG bei und die Kanarischen Inseln erhalten einen Sonderstatus innerhalb der EG. Sieben Jahre später werden die Kanaren voll in die EU integriert und bekommen den Sonderstatus einer Feihandelszone.

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